liverpool european cup

Die Dominanz englischer Fußballvereine im Europapokal

Bevor Spieler wie Lionel Messi und Cristiana Ronaldo die Zuschauer in der Champions League mit ihren modernen und technisch herausragenden Spielkünsten begeisterten, wurde der Europapokal einst von den englischen Vereinen dominiert.

In den späten 70ern und frühen 80ern waren es Merseyside-Clubs wie der FC Liverpool unter der Leitung von Bob Paisley und Joe Fagan, die allen die Schau stahlen und dieselben Europapokal-Ruhmestitel in ihrer Trophäensammlung vorweisen konnten wie Juventus und Man Utd zusammen. Liverpool hat den Europapokal der Landesmeister bzw. die Champions League, wie er 1992 umbenannt wurde, unglaubliche fünf Mal gewonnen, viermal davon zwischen 1977 und 1984. Ab 1977 dominierten die englischen Clubs den Europapokal sechs Jahre lang in Folge und nicht nur Liverpool machte Schlagzeilen. Sogar aktuelle Championship-Clubs wie Nottingham Forest und Aston Villa waren mit von der Partie: Forest holte den Europapokal nicht nur einmal, sondern zweimal, 1979 und 1980, und Villa 1982. Liverpool Europapokal Oben: Liverpool und AS Rom betreten das Spielfeld für das Europapokal-Finale 1984 im Stadio Olimpico. Der Fußball hat sich in den letzten 30 Jahren stark verändert. Da spanische Teams wie Real Madrid und Barcelona die Champions League weiterhin dominieren, könnte Liverpool 2018 seinen sechsten Europapokal-Titel holen. Könnte Jürgen Klopp mit Liverpool seinen ersten Champions-League-Titel holen und den sechsten Europameistertitel nach Anfield holen? Mit der europäischen Dominanz in den späten 70ern und frühen 80ern zogen Liverpool-Fans durch ganz Europa und wurden dabei als „Scouse Vikings“ bekannt. Der Begriff leitet sich von ihren Plünderungen und Ausraubungen von Designer-Sportbekleidungsgeschäften in ganz Europa auf ihren Europatouren ab. Eingefleischte Fans brachten Marken wie Sergio Tacchini und Fila mit nach Großbritannien, Marken, die vorher nicht unbedingt mit der Arbeiterklasse in Verbindung gebracht wurden, sondern eher etwas für die Elite der privaten Tennisclubs waren. Lacoste wurde nach Europatouren so groß, dass Leute falsche Krokodilleder auf einfache Poloshirts nähten, um deren Status als lässige Marke zu behaupten. Der Laufsteg war geboren, und Anhänger, vorwiegend aus der Arbeiterklasse, gaben nun einen Wochenlohn für die neuste Sportbekleidung und Turnschuhe aus. Dank Clubs wie Liverpool verbreitete sich der lässige Flair wie ein Lauffeuer im ganzen Land und andere Clubs zogen nach und übernahmen den neu entdeckten bunten Stil. Katastrophe im Heysel-Stadion des Liverpooler Europapokals Oben: Liverpools Europapokal-Desaster. Fußballfans waren 1985 in das Blutbad im Heysel-Stadion verwickelt. Die Katastrophe im Heysel-Stadion im Jahr 1985 änderte alles, als Liverpool-Fans im Europapokal-Finale in Brüssel auf die Fans des Rivalen Juventus losgingen. 39 Fußballfans, hauptsächlich Juventus-Anhänger, verloren an diesem Tag leider ihr Leben, weitere 600 wurden verletzt, als eine Mauer einstürzte, als zwischen den Urchins und den Ultras ein Blutbad losbrach. Die Katastrophe läutete nicht nur eine neue Ära für Hooligan-Truppen ein, sondern auch das Ende der britischen Vorherrschaft in Europa. Allen englischen Fußballvereinen wurde bis 1990 die Teilnahme an europäischen Wettbewerben untersagt. In den späten 80er Jahren erlangten Mannschaften wie Porto, CSA Steaua București und PSV Eindhoven europäische Titel, während die englischen Vereine sich auf ihre nationalen Aufgaben konzentrieren mussten. 80er-Jahre-Freizeitkleidung Oben: Die originalen Casuals der 80er mit Marken wie Benetton, Pringle und Sergio Tacchini. Hätte es die Casual-Bewegung , wie wir sie heute kennen, ohne die europäische Dominanz der englischen Clubs in den 70er und 80er Jahren überhaupt gegeben? Das Thema ist durchaus diskussionswürdig, denn der stereotype Hooligan vor der Casual-Bewegung war der Skinhead-Bovver-Boy-Look, meilenweit davon entfernt, von Kopf bis Fuß in den neuesten Sergio gekleidet zu sein. Mit der Rückkehr neuer und unbekannter Sportbekleidungsmarken entstand eine neue Generation von Fußball-Hooligans. Unbekannt für die damaligen Behörden, die noch immer nach dem Dr. Martens-Look mit roten Hosenträgern suchten. Natürlich dauerte es nicht lange, bis Old Bill den neuen Designertrend erkannte, doch im Zuge dessen begann eine völlig neue Bewegung. Musik, Kultur, Straßencafés und Mode – all das kam zusammen, als sich Gruppen von Teenagern und jungen Männern plötzlich zugehörig fühlten und die Möglichkeit sahen, ihrem Arbeiteralltag zu entfliehen. Casual-Mode wird sich immer weiterentwickeln, aber eines ist sicher: Die klassischen 80er-Jahre-Klamotten werden immer die engste Verbindung zur Casual-Bewegung haben. Casuals Oben: Wir sind die Casuals. Eine Gruppe junger Casuals versammelt sich in der neuesten Freizeitkleidung der Ära. Die Dominanz der englischen Fußballvereine in Europa in den späten 70er und frühen 80er Jahren ist genauso wichtig wie das erste Tacchini-Shirt, das Sie je gekauft haben, oder das erste Paar 3-Streifen-Shirts, das Sie getragen haben. Schließlich waren es diese Fans, die uns alle überhaupt erst auf diese Ausrüstung aufmerksam gemacht haben.
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