Alan Clarkes „The Firm“ aus dem Jahr 1989 tauchte tief in die Welt der britischen Fußballrowdys ein, mit Hot Hatches, Tear-Ups und sogar Phil Mitchell.
"The Firm" aus dem Jahr 1989 war einer der allerersten Filme, der die Welt der britischen Hooligans in den 1980er Jahren einfing. Mit Gary Oldman als Bex, Phil Davis als Yeti und sogar Steve McFadden (Phil Mitchell Eastenders) als Billy. "The Firm" erkundet die gegensätzlichen Welten von Thatchers Großbritannien, Fußballfirmen und der finsteren Seite des schönen Spiels. Der Film taucht ein in die Welt von West Hams berüchtigter ICF, die im Film jedoch als ICC (Inter City Crew) bekannt ist, mit Bex, einem angesehenen Londoner Immobilienmakler als Chef. Als der Film Ende der 80er Jahre herauskam, hatte man die auffällige Sportkleidung bereits zugunsten eines subtileren Looks abgelegt. Thatcher ging hart gegen jeden potenziellen Fußballschläger vor und was einst als beiläufige Tarnung der Behörden galt, war nun ein einfaches Mittel, um die Unruhestifter zu identifizieren. Obwohl die Garderobe der ursprünglichen Firma nicht authentisch genug war, spiegelte sie die wechselnde Mode der Tribünen bis zu einem gewissen Grad wider. Vor der Jahrtausendwende, als die euphorische Rave-Szene Trommelschläge aus dem Roland TR-808 dröhnte, entwickelte sich
lässige Mode vor allem deshalb, weil Fußballrowdys in den Massenmedien als Bedrohung für die Gesellschaft mit Stadionkatastrophen, Platzverweisen und harten Gefängnisstrafen immer häufiger thematisiert wurden. Die Autos im Film hingegen fangen die Ära perfekt ein, mit einigen der beliebtesten Hot Hatches der 80er Jahre wie dem VW Golf Mk1 GTi Clipper und dem Sierra Cosworth XR4.

Oben: Anzüge, Sierras & Vorstadt. Gary Oldman als Bex in Die Firma (1989)
Mit „Die Firma“ gelang es Alan Clark, das Leben des Büro-Hooligans eindrucksvoll einzufangen. Obwohl die Presse stets über jedes Anzeichen von Aggression beim Fußball berichtete, hatte der Durchschnittsbürger keine Ahnung, wer diese Unruhestifter wirklich waren. Dank Oldmans erstklassiger schauspielerischer Leistung und Clarks Darstellung der
Hooligan-Subkultur klärte „Die Firma“ den Zuschauer darüber auf, dass Hooligans durchaus gute Jobs, Geld und Familien hatten, die man leicht mit den Nachbarn aus der Vorstadt verwechseln konnte. 2019 markiert den 30. Jahrestag des Kultklassikers und eines Films, der zu vielen weiteren fußballbezogenen Filmen wie „ID“, „Green Street“, „The Football Factory“ und sogar einem Remake führte, an dem wir eng beteiligt waren. Leider verstarb Alan Clarke 1990, aber sein Vermächtnis britischer Kultfilme lebt in „Die Firma“ (1989), „Scum“ (1977) und „Made in Britain“ (1982) weiter. Alles Filme, die die britische Kultur stark beeinflusst haben.

Oben: Paul Anderson als Bex in Nick Loves Remake von „Die Firma“ aus dem Jahr 2009.
20 Jahre nach dem Originalfilm haben wir uns
2009 mit Nick Love für ein farbenfrohes Remake des Originalfilms aus den 80ern zusammengetan. Loves Version behielt die Hauptfiguren Bex und Yeti aus dem Drehbuch bei, tauschte aber Anzüge und Sonnenbrillen gegen die von
Sergio Tacchini und Settanta aus. „Die Firma“ von 2009 konzentrierte sich ebenfalls auf die frühen 80er, als italienische Sportbekleidung, Keilschnitte, Pullover mit V-Ausschnitt und Tennisschuhe die Tribünen wie ein Lauffeuer eroberten. Sowohl der Originalfilm von 1989 als auch der von 2009 werden von vielen als Kultklassiker angesehen. Es ist auch wichtig hervorzuheben, dass Bex – gespielt von Gary Oldham im Original und Paul Anderson im Remake – in beiden Filmen Hauptrollen in Hollywoodfilmen und von der Kritik gefeierten Historiendramen ergatterte. Nach „Die Firma“ war Oldman in Filmen wie der Trilogie „Der dunkle Ritter“, „Dame, König, As, Spion“ und „JFK“ zu sehen. Anderson spielte später einen der berüchtigten Shelby-Brüder in „Peaky Blinders“, einer der derzeit beliebtesten Serien auf Netflix.